Gegen Nazis


9. November 2016 

Hufeisern gegen Rechts ehrt die Kämpfer für ein besseres Deutschland

6 Stolpersteine erinnern in der Hufeisensiedlung an die letzten Wohnungen von Menschen, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen.
Reinigung eines Stolpersteins



Obwohl diese Männer und Frauen nicht aus rassischen, sondern aus politischen Gründen verhaftet und ermordet wurden, fand die Ehrung am 9. November statt, dem Erinnerungstag an das Pogrom der deutschen Faschisten gegen die jüdische Bevölkerung.
Mit der Wahl dieses Tages wollen wir verdeutlichen, dass er symbolisch für den Terror des deutschen Faschismus im allumfassenden Sinne steht. Es gibt keine zwei Kategorien von Opfern der Nationalsozialisten. der Stolperstein fuer Georg Obst nach der Ehrung


Der Verfolgung und Ermordung lagen in gleicher Weise rassistische und politische Motive zugrunde.
21 Personen beteiligten sich dieses Jahr an der Ehrung der Widerstandskämpfer*innen, die aus verschiedenen Richtungen der sozialistischen Arbeiterbewegung kamen. Gemeinsam war ihnen aber der Kampf gegen die faschistische Gewaltherrschaft und für ein besseres, soziales Deutschland. Ansprache zu Ehren eins Stolpersteins


An jedem Stein gab es eine kleine Gedenkveranstaltung. Der Stein wurde geputzt, ein Informationsblatt ausgelegt und mit einem kurzen Vortrag über die Person und ihre Widerstandstätigkeit informiert.
Gemeinsam mahnen die 6 Ermordeten daran, dass über alle Differenzen hinweg die Demokraten im Kampf gegen den heutigen Rechtspopulismus und Neofaschismus zusammenstehen müssen.


nach oben

14. Oktober 2016 

Solidarität mit dem Kreisverband Neukölln der „Falken”

In der Nacht vom 14. zum 15. Oktober 2016 erfolgte ein Brandanschlag auf das Auto der Geschäftsführerin des Anton-Schmaus-Hauses der Sozialistischen Jugend Deutschland – Die Falken Neukölln. Das Auto nach dem Brandanschlag
Schon in der Vergangenheit hat es Angriffe auf Mitglieder und Fahrzeuge der Neuköllner Falken sowie auf das verbandseigene Anton-Schmaus-Haus aus dem rechtsradikalen Spektrum gegeben.
Die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts erwartet eine zügige Aufklärung dieses Anschlags und drückt mit dem folgenden Brief ihre Solidarität mit der Betroffenen und den Neuköllner Falken aus:


Hufeisern gegen Rechts

An
SJD Die Falken
− KV Neukölln −
info@falken-neukoelln.de

Berlin, den 17.10.2016

Liebe politische Freund*innen,
der feige Brandanschlag auf das Auto eines engagierten Neuköllner Falken-Mitgliedes hat in unserer Anwohner*inneninitiative Abscheu und Empörung hervorgerufen. Er steht in der Reihe von rechten Angriffen, die in den letzten Jahren auf Mitglieder und Einrichtungen der Falken, aber auch anderer Personen, die gegen rechte Umtriebe in Neukölln öffentlich Partei ergriffen haben, erfolgt sind. Diese Anschläge zeigen, dass die politische Rechte sich nicht der argumentativen Auseinandersetzung stellt, sondern versucht, ihre Gegner mit Bedrohung und Gewalt einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Diesen Versuchen müssen alle Demokraten gemeinsam entgegentreten und sie zu Fall bringen.
Mit Hochachtung betrachten wir die Haltung der Neuköllner Falken, die sich von diesen Attacken nicht haben beeindrucken lassen, sondern ihre antifaschistische und demokratische Arbeit aktiv und öffentlich weiterführen. Wie in der Vergangenheit bei vielen Aktionen gegen rechte Aktivitäten auf der Straße werden wir auch in Zukunft weiter an eurer Seite stehen und gemeinsam für demokratische und soziale Forderungen streiten.
In diesem Sinne: „Kopf hoch und nicht die Hände!”

Mit solidarischen Grüßen
die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts

nach oben

1. Oktober 2016 

Marina Caba Rall und ihr Roman „Esperanza” – ein spannender Nachmittag im Hufeisencafé

Dichtungen entstehen nur nach mühsamen Reisen in den weiten Gebieten des Denkens und der Gesellschaft (Honoré de Balzac).

Kein Stuhl war im Hufeisencafé in der Fritz-Reuter-Allee 44 mehr frei, als am Samstagnachmittag um 15 Uhr Marina Caba Rall die Besucher*innen zu einer literarischen Reise einlud und die Anwesenden nicht nur zum Denken, sondern auch zu einer regen Diskussion anregte.
Mit Hilfe von Auszügen umriss die Autorin wesentliche Themenkomplexe ihres im Frühjahr dieses Jahres erschienen Romans „Esperanza”. Marina Rall liest

Erzählt wird die Geschichte der spanischen Arbeitsmigrantin Esperanza, die in den 60er Jahren nach Berlin kommt. Wir erfahren die Gründe für ihre Auswanderung aus einem Dorf in der spanischen Provinz Extremadura, die eng mit der Diktatur des Franco-Regimes verbunden sind. Wir lernen aus ihren Erfahrungen das Erleben der „Gastarbeiter”-Situation in der Bundesrepublik dieser Zeit kennen, die Momente der unwürdigen Behandlung, die auf ihrer als Arbeitskraft reduzierten Rolle beruhten, aber auch die Wandlung zu einem anerkannten Teil der Gesellschaft. Die Wertschätzung als Kollegin im Betrieb und im privaten Bereich, die Gründung einer Familie, alles dies weist auf den Umstand hin, dass Menschen mehr sind als Produktionsmittel. Sie sind Wesen mit Verstand und Gefühl, die soziale Bezüge brauchen und diese suchen und finden.
Doch die Erzählung zeigt auch, dass es immer das ganze Leben ist, durch das der Mensch geprägt ist. Ohne die Vergangenheit ist das Leben in der Gegenwart nicht möglich.
Die verschwiegenen Erlebnisse der Franco-Ära holen Esperanza wieder ein und zwingen sie zur Offenbarung gegenüber ihrer Familie. Ihr Schweigen ist in diesem Fall kein Gold, sondern führt zu einer schmerzhaften Auseinandersetzung, die sie sowohl mit ihrer Familie als auch mit sich selbst führen muss.
Buchtitel Esperanza Die Erzählung umfasst lediglich einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben Esperanzas, eine sich über mehrere Tage erstreckende Reise in ihr spanisches Heimatdorf.
Die Autorin verfolgt keinen chronologischen Erzählstrang. Vielmehr werden dem Leser mit Hilfe häufiger Rückblenden immer wieder Bruchstücke der Vergangenheit vermittelt. Auf diese Weise wird die Spannung gehalten und gesteigert. Schrittweise fügen sich diese Fragmente zu einer Lebensgeschichte, zu einem Ganzen zusammen. Dabei werden die Versatzstücke nicht nur aus der eigenen Erinnerung Esperanzas vermittelt, sondern auch aus der Perspektive ihrer Tochter Karla und ihres Sohnes Juan.
Auf diese Weise gelingt es Marina Caba Rall in nachhaltiger Weise zu zeigen, dass Persönlichkeitsentwicklung und Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie untrennbar verbunden sind und wie sehr das Fliehen vor der eigenen Geschichte auch die kommende Generation noch trifft und betrifft. Gleichzeitig macht sie aber auch deutlich, dass dieser Prozess sich nicht auf den privaten Bereich von Einzelschicksalen beschränken kann, sondern die Aufarbeitung von Vergangenheit entsprechend ihrer gesellschaftlichen Bedeutung auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene betrieben werden muss.

Ein Blick in das Publikum Mit diesem Buch mischt sich die Autorin sowohl in die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Franquismus in Spanien als auch in die Migrationsdebatte in Deutschland ein.
In der anschließenden mehr als einstündigen Debatte wurde nicht nur über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und in Spanien diskutiert, sondern auch die aktuelle Migrationsdebatte in Deutschland mit den darin enthaltenen Assimilations- und Integrationsansätzen kritisch aufgegriffen. Hier wies Marina Caba Rall darauf hin, dass sie den Begriff Integration nur ungern benutzt. Dieser fordert nur Anpassung von einer Seite, das reale Leben vollzieht sich jedoch – und das hat die Geschichte eindrücklich belegt – in einer anderen Art und Weise. Es sollte statt Integration lieber das Wort Interaktion verwendet werden. In Deutschland wird oft so getan, als gäbe es eine monolithische Kultur. Das sei Unsinn. In Deutschland gibt es verschiedene Werte, es gibt Leute, die glauben, es gibt Leute, die nicht glauben, es gibt Leute, die protestantisch sind, es gibt Leute, die Buddhisten geworden sind, es gibt verschiedene politische überzeugungen, es gibt Spätzle und Knödel und Kebab und Gulasch. Man tut so, als wäre Deutschland ein einheitlicher Werteblock. Dem ist aber nicht so! Man sollte also mehr über Interaktion reden, davon reden, wie man sich gegenseitig befruchten kann.

Umfang und Qualität der Diskussion ergaben ein eindeutiges Urteil über das Buch.
Es lautet: UNBEDINGT LESENSWERT.

Hufeisern gegen Rechts bedankt sich bei dem Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz für die Nutzungsmöglichkeit der Räumlichkeiten.

Zum originalen Flyer zur Veranstaltung

nach oben

10. September 2016 

Schmierereien in der Hufeisensiedlung

In der Nacht zum 10. September 2016 wurden die Schaufensterscheiben der Fleischerei Pollmann in der Fritz-Reuter-Allee mit einer Anti-AfD-Parole großflächig besprüht.

Die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts distanziert sich von dieser Aktion. Derartige Formen der politischen Auseinandersetzung lehnen wir ausdrücklich ab.

nach oben

23. September 2016 

Stolpersteinverlegung für Georg Obst

Etwa 40 Personen gedachten anlässlich der Verlegung eines Stolpersteins vor seinem letzten Wohnort am Freitag, dem 23. September 2016, dem sozialdemokratischen Antifaschisten Georg Obst.
Der frisch verlegt Stolperstein für Georg Obst
In Anwesenheit von mehreren Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und der Neuköllner BVV betonten Bildungsstadtrat Jan Christopher Rämer sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer die Bedeutung dieser Erinnerungskultur für den Erhalt und den Ausbau einer streitbaren Demokratie. Bei allen politischen Unterschieden müsse es eine Gemeinsamkeit unter den demokratischen Kräften geben: den Willen zum gemeinsamen Kampf gegen die wiedererstarkende politische Rechte in der Bundesrepublik.
Stadttrat J.-Ch. Rämer Ihren Einsatz für Demokratie und soziale Gerechtigkeit hätten Menschen wie Georg Obst mit dem höchsten Preis, ihrem Leben, bezahlt. Damit hätten sie uns eine Verpflichtung mit auf den Weg gegeben: Demokratie werde nicht nur in Wahlen und Parlamenten betrieben, sondern auch im alltäglichen Leben dürfe der einzelne bei rassistischen und nationalistischen Äußerungen nicht schweigen, sondern müsse ihnen entgegentreten.

Der aus Münster mit seiner Familie angereiste 83-jährige Sohn Bernd Obst dankte noch einmal der Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts für die Würdigung seines Vaters. Er sei überrascht gewesen, dass sich nach so langer Zeit noch einmal jemand an ihn erinnert habe und ihm die verdiente Anerkennung bekunde.

Das Bild der Veranstaltung wäre unvollständig, wenn nicht auf die musikalische Begleitung durch Isabel Neuenfeldt hingewiesen würde, die zwischen und nach den einzelnen Reden demokratische Lieder zum Akkordeon sang. J. Koglin, Ch. Strässer, B. Obst
Dabei blieb sie nicht allein. Als sie das Arbeiterlied „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘„ anstimmte, sang ein Großteil der Anwesenden mit.  I. Neuenfeldt Auch das abschließende Volkslied „Die Gedanken sind frei”, entstanden Ende des 18. Jahrhunderts, klang im vielstimmigen Chor als eine Ansage der Versammelten gegen Intoleranz und Engstirnigkeit durch die Gielower Straße.

Die Ehrung setzte sich am Abend mit einer Diskussionsveranstaltung über den sozialdemokratischen Widerstand fort. In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Hufeisen-Café in der Fritz-Reuter-Allee 44 diskutierten die Teilnehmer*innen mit dem Referenten R. Wenzel von der August-Bebel-Stiftung über die verschiedenen Widerstandsformen innerhalb der SPD in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft.
Doch es blieb nicht nur bei der historischen Betrachtung, sondern auch die Frage nach Lehren der Geschichte für die heutige Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und Rechtspopulismus wurde thematisiert.
Es herrscht Einigkeit darüber, dass diese Diskussion fortgesetzt werden müsse, um über den Anspruch eines gemeinsamen Vorgehens gegen rechte Parteien und Gruppierungen hinaus praktische politische Handlungen auszuloten, mit denen dieser Anspruch in Neukölln umgesetzt werden könne.

nach oben

31. Juli 2016 

Gemeinsam gegen rechte Stimmungsmache

Mit Besorgnis haben wir den großen Zulauf der AfD bei den letzten Wahlen zur Kenntnis genommen. Ein Blick in das Wahlprogramm der AfD zeigt, dass diese Partei eine andere Republik, in der die demokratischen Grundsätze in Frage gestellt werden, zum Ziel hat.

Foto vom Plakat Es entstand die Idee, auf einem Plakat die Anwohner*innen zur Wahl von demokratischen Parteien aufzufordern.

Die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts hat die in der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln vertretenden demokratischen Parteien angefragt, ob sie die Aktion unterstützen.
Die Neuköllner Ortsverbände von SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und der Partei DIE LINKE haben spontan zugesagt.

Die Beteiligten wollen verdeutlichen, dass der Kampf gegen den erstarkten Rechtspopulismus ein gemeinsames Ziel aller demokratischen Kräfte ist. Foto aller beteiligten Personen

Foto vom Transport der Plakate Am 31.07.2016 haben Vertreter der Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts und der beteiligten Parteien ca. 30 Plakate an den Zugängen zur Hufeisen – und Krugpfuhlsiedlung aufgehängt.



Die Stimmung war ausgelassen – das gemeinsame Ziel etwas gegen Nationalismus und Rassismus zu tun hat uns verbunden.

Alle waren sich einig – dass war nicht die letzte gemeinsame Aktion

nach oben

10. Juli 2016 

Schon eine kleine Tradition

Gedenken an Erich Mühsam

Auch im Jahr 2016 gedachte die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts mit vielen Gästen an den Dichter und Revolutionär Erich Mühsam. Anlass war die Ermordung Erich Mühsams durch die Nationalsozialisten vor 82 Jahren im KZ Oranienburg.

Gedichtvortrag vom singenden Tresen Den künstlerischen Rahmen gestaltete die Gruppe Der singende Tresen mit ihrem literarisch-musikalischen Programm Mühsamblues.


Erich Mühsam zog 1927 in die neuerbaute Hufeisensiedlung in Neukölln-Britz in die Dörchläuchtingstr. 48 ein und beteiligte sich bis zu seiner Verhaftung am 27. Februar 1933 aktiv am gesellschaftlichen Leben in der Hufeisensiedlung. Liedervortrag vom singenden Tresen

Seine entschlossene Haltung gegen Krieg und Rassismus und für soziale Gerechtigkeit hat angesichts der aktuellen Entwicklung auch heutzutage nichts an Bedeutung verloren.

Zum originalen Flyer zur Veranstaltung

nach oben

20. April 2016 

„Sie lebten mitten unter uns!”

Zwangsarbeit – ‚zivile’ Fremdarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge 1938-1945

Rückblick auf den Vortrag und die Diskussion mit Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann
(TU Berlin und Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Der Vortrag in den Räumen der Berliner Stadtmission war sehr gut besucht. Prof. Hachtmann informiert zu Beginn, dass er auf keine Forschungen zu Zwangsarbeit in Britz eingehen kann.
Er berichtet über die Deutsche Arbeitsfront als mitgliederstärkste NS-Massenorganisation, macht Ausführungen zum Begriff Zwangsarbeit und informiert darüber, dass 1933 die Gewerkschaftsbewegung zerschlagen und die Betriebsräte abgeschafft wurden. Er erklärt, dass man sich die gesamte Gesellschaft im sog. „Altreich”, vor allem aber die Arbeiterschaft als rassistisch gestufte Hierarchie vorstellen muss, in der Arbeitskräfte nach ihrer nationalen Zugehörigkeit, d.h. entsprechend ihrem „Wert” nach angeblicher Rasse eingestuft wurden.

Der Vortrag ist in vier Teile gegliedert:

Teil 1: „Zivile” Fremdarbeiter (die hinter dem Adjektiv „zivil” steckende Freiwilligkeit war seit 1941 fast aufgehoben).
Die Fremdarbeiter waren mit Abstand die größte Gruppe unter den ausländischen Arbeitsnehmern, die zwischen 1938 und 1945 im sog. Altreich für die deutsche Kriegsführung und die deutschen Rüstungsunternehmen schufteten, und zum anderen, weil sie die Bewohner der sog. Fremdarbeiterlager waren.

Teil 2: Hier geht es um die Kriegsgefangenen, die zur Arbeit in der Industrie gezwungen wurden.
Ein kleiner Teil wurde daher von 1942 bis 1944 in den so genannten Zivilstatus überführt und als Fremdarbeiter eingesetzt.

Teil 3: In diesem Teil werden die KZ-Häftlinge behandelt, und zwar deren industrieller sog. Arbeitseinsatz ab 1943.
Die Zwangsarbeit von Menschen, die von den Nazis nach rassistischen Kriterien als „Juden” klassifiziert wurden, wird aus Zeitgründen ausgeklammert. Prof. Hachtmann merkt hier an, dass der sog. Arbeitseinsatz für „Juden” immer nur ein Aufschub der Vernichtung war.

Teil 4: Prof. Hachtmann geht hier kurz auf Berlin und Britz ein.
Auch in Britz existierten nachweislich 47 Zwangsarbeiterlager, mindestens zwei davon im Bereich der Hufeisensiedlung. Belegt ist außerdem die Beschäftigung von Zwangsarbeiter*innen in Kleinbetrieben und Privathaushalten der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung.

Prof. Hachtmann zitiert die Journalistin Ursula von Kardorf (1944): „über den Bahnhof Friedrichstraße mit seinen breiten Treppen, die in eine Art Unterwelt führen (…). Dort ist es so, wie ich mir Shanghai vorstelle. Zerlumpte malerische Gestalten in wattierten Jacken mit den hohen Backenknochen der Slawen, dazwischen hellblonde Dänen und Norweger, fahle, frierende Italiener – ein Völkergemisch, wie es wohl noch nie in einer deutschen Stadt zu sehen war. Fast ausschließlich Ausländer sind da unten, Deutsch hört man kaum.”

Foto der Veranstaltung am 20. April 2016 Der Vortag endet mit diesem Zitat. Prof. Hachtmann erhält viel positive Resonanz von den Anwesenden. Anschließend gibt es eine längere lebhafte Diskussion und die Beantwortung vieler Fragen. Es ist ein sehr informativer Abend. Durch das während des Vortrags herumgereichte Handout und die einzusehende Literatur haben die Besucher Anregungen erhalten, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. Eine weitere Empfehlung ist der Besuch des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Oberschöneweide.

Hufeisern gegen Rechts dankt Herrn Professor Hachtmann sehr für diesen interessanten Vortrag und der Berliner Stadtmission, dass sie den Raum zur Verfügung gestellt hat.

Zum kompletten Vortrag

nach oben

5. und 9. April 2016 

Burak Bektas - ein Mord ohne Täter?

Am 5. April 2016 jährt sich der Mord an dem 22jährigen Neuköllner Burak Bektas zum vierten Mal. Eltern und Freunde des Ermordeten werfen der Ermittlungsbehörde fahrlässige Untersuchung des Falles vor. Indizien wurden nicht oder nur oberflächlich überprüft. Parallelen zu den NSU-Morden und dem mangelnden Engagement bei ihrer Aufklärung sind offenkundig. Der Verdacht auf ein rassistisches Motiv des Täters bleibt.
Plakat mit dem Aufruf zur Kundgebung Die Staatsanwaltschaft darf die Akten nicht schließen. Die Untersuchungen müssen weitergehen. Der Mord darf nicht in Vergessenheit geraten.

Zwei Veranstaltungen der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektas im April 2016 sollen die Erinnerung wach halten:


Am Dienstag, dem 5. April, findet um 17 Uhr am S-Bhf. Hermannstr. eine Mahnwache statt.

Am Samstag, dem 9. April, beginnt um 14 Uhr eine Demonstration am Tatort an der Rudower Str. 51 (gegenüber dem Neuköllner Krankenhaus). Ziel ist der S- und U-Bhf. Neukölln.

nach oben

21. März 2016 

Internationaler Tag gegen Rassismus

Rassismus den Kampf ansagen!

Solidarität mit den Betroffenen!

Kundgebung am Montag, dem 21. März 2016, 11:45 bis 12:30 Uhr an der „Rudower Spinne” (U-Bhf. Rudow)

Im letzten Jahr haben in Berlin rechtsmotivierte Gewalttaten um 32% zugenommen. Laut Polizeiangaben ist dies mit Abstand die höchste Zuwachsrate in der Kriminalitätsstatistik. In den meisten Fällen habe es sich um rassistisch begründete Angriffe gehandelt.
Plakat Rasissmus stoppen Dies ist die äußere Erscheinung eines in den letzten Jahren voranschreitenden Rassismus, der sich immer mehr in die Mitte der Gesellschaft ausbreitet.
Natürlich ist die menschenfeindliche Hetze von Pegida, AfD und Co ein Nährboden für rechte Gewalt. Aber auch die Stimmungsmache von etablierten Politikern und Medien tragen zu dieser bedrohlichen Entwicklung bei.
Die Flüchtlinge als Versursacher für die vielfältigen sozialen Probleme in unserer Gesellschaft zu deklarieren, lenkt von den wirklichen Hintergründen einer seit Jahren betriebenen unsozialen Politik ab. Die „Drittelgesellschaft” gab es schon vor dem Anstieg der Flüchtlingszahlen. Armut, Arbeitslosigkeit, Mangel an bezahlbaren Wohnungen sowie eine Vernachlässigung der Infrastruktur sind keine Erscheinungen der letzten Jahre.
Gegen diese Spaltung und Entsolidarisierung der Gesellschaft durch soziale und rassistische Hierarchisierung richtet sich der Protest am Internationalen Tag gegen Rassismus.

Zur Kundgebung rufen gemeinsam auf:
Aktionsbündnis Britz; Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts; Bündnis Neukölln – Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt; Die Falken Neukölln; DGB-Kreisverband Neukölln; Jusos Neukölln; ver.di Bezirk Berlin – Ortsenior*innen Neukölln; ver.di Bezirk Berlin – Ortsverein Südost.

nach oben

20. Februar 2016 

Erneute Pleite für die NPD

Samstag, 20. Februar 2016, 10:15 Uhr. Verspätet rückte die NPD zu ihrer als Wahlkampfveranstaltung deklarierten Kundgebung in Britz Süd an.

Empfangen wurden die 10 Neonazis von einem Pfeifkonzert der 70 Neuköllner*innen, die mit Transparenten und Parolen klar stellten:
Auch im Neuköllner Ortsteil Britz gibt es keinen Platz für Rechtsextremisten.

Gegendemonstranten in Britz Sued Allem Anschein nach hat die NPD mittlerweile in Neukölln große Probleme ihre Mitglieder zu aktivieren. Als Redner traten die bezirksfremden Kader Irrgang (Lichtenberg) und Schmidtke (Treptow-Köpenick) auf und auch unter den restlichen 8 Statisten waren keine Neuköllner zu entdecken. Und auch die NPD-Reisekader blieben isoliert. Keiner der Marktbesucher*innen und Passanten blieb stehen, um sich die Hasstiraden anzuhören. Im Gegenteil, das Bemühen war offenkundig, sich von den Neonazis fern zu halten und Ablehnung auch nach außen hin zu demonstrieren. Fremdenfeindlichkeit, und nur das bieten die Neonazis an, verfängt in der multikulturellen Einwohnerschaft Neuköllns nicht.
Nach 40 Minuten war denn auch der Spuk zu Ende.
Dank an den Jugendverband Die Falken, die sofort nach Bekanntwerden des NPD-Auftritts am gestrigen Freitagnachmittag die Gegenkundgebung angemeldet haben, und an alle Anwesenden, die trotz der Kürze des Zeitraums sich zum Protest eingefunden haben.

Mit der Aktion wollen wir deutlich machen, dass wir für die Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes in der Fritz-Reuter-Allee 138 als Flüchtlingsunterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eintreten.

nach oben

14. Februar 2016 

Gedenken an Burak Bektas


Am Sonntag, dem 14. Februar 2016, versammelten sich mehr als 50 Neuköllner*innen an der Rudower Str. gegenüber dem Krankenhaus Neukölln, dem Ort, an dem vor knapp 4 Jahren Burak Bektas und 2 Freunde von einem unbekannten weißen Mann wortlos niedergeschossen wurden. Während die Freunde ihre Verletzungen überlebten, starb Burak Bektas noch am selben Tag. Am 14. Februar 2016 wäre er 26 Jahre alt geworden.

Foto der Burak Gedenkveranstaltung im Februar 2016 Doch die Ermittlungen sind bis heute nicht vorangekommen. Vom Täter fehlt nach Aussagen der Mordkommission jegliche Spur.

Die „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektas” will sich damit nicht zufrieden geben. Gemeinsam mit den Eltern kritisiert sie, dass die Staatsanwaltschaft dem Mord an Burak Bektas keine große Bedeutung zumesse. Die zuständigen Staatsanwälte hätten große Wissenslücken, wenn es um operative Fallanalysen und den Ablauf der Tat gehe. Obwohl ein ausländerfeindliches oder rechtsextremes Motiv des Täters nicht ausgeschlossen sei, sondern nahe liege, habe es keine Anfragen beim Verfassungsschutz und keinen bundesweiten Abgleich mit anderen Landeskriminalämtern gegeben.

Deshalb ist eine zentrale Forderung, dass der Fall von der Bundesanwaltschaft übernommen werden soll.

Auf der Versammlung kündigte die Initiative weitere öffentliche Aktionen in den nächsten Monaten an, um an den unaufgeklärten Mord zu erinnern. So ist am 5. April diesen Jahres eine Demonstration geplant. An diesem Tag jährt sich der Mord an Burak Bektas zum vierten Mal. Den Ermittlungsbehörden soll keine Gelegenheit gegeben werden, die Mordtat stillschweigend ad acta zu legen.

nach oben

15. November 2015 - 06. Dezember 2015 

Rückblick auf eine gelungene Ausstellung über Margarete Kubicka


Austellungseroeffnung am 15. November Drei Wochen lang, vom 15. November 2015 bis zum 6. Dezember 2015, gaben dreißig Originalbilder einen Einblick in das künstlerische Schaffen, aber auch in das Leben von Margarete Kubicka, die von 1927 bis 1956 in der Hufeisensiedlung gelebt hat. Ergänzt wurde die Ausstellung von drei Begleitveranstaltungen, in denen die Kunsthistorikerinnen Dr. Borek und Dr. Gluchowska sowie der Sohn der Künstlerin, Dr. Kubicki, tiefe und anschauliche Einblicke in die politische, künstlerische und persönliche Welt der Margarete Kubicka vermittelt haben.

Zeitleiste ueber Margarete Kubicka

Die Kubicka war eine erstaunliche Frau, die nicht nur Gründungsmitglied der deutsch-polnischen Expressionistengruppe „Bunt” (dtsch. Revolte) und der anarchistisch orientierten Künstlervereinigung „Kommune” war, sondern sie gehörte ab 1923 auch der von Franz Wilhelm Seiwert initiierten „Gruppe progressiver Künstler” an, in deren internationalen Ausstellungen ihre Bilder präsentiert wurden, so u. a. 1926 in Moskau und 1930 in Chicago. Zu ihrem weiten Freundeskreis zählten u. a. Otto Freundlich, Raoul Hausmann, Else Lasker-Schüler, Marc Chagall sowie Erich und Zenzl Mühsam. Als Antifaschistin – sie half nicht nur Zenzl Mühsam 1934 bei ihrer Flucht, sondern versorgte auch von 1941 bis 1945 polnische Zwangsarbeiter in Britz mit Lebensmitteln und Informationen – wurde sie unmittelbar nach der Vertreibung der Nationalsozialisten aus Neukölln im April 1945 die erste Neuköllner Schulrätin.

Besucher im Ausstellungsraum beim betrachten der Bilder Hufeisern gegen Rechts bedankt sich noch einmal bei Dr. Karol Kubicki und seiner Frau für die großartige Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung. Ein großes Danke-Schön gilt auch dem Verein der „Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung”, die als Betreiber des Hufeisen-Cafés nicht nur die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und für die Bewirtschaftung gesorgt haben, sondern uns auch in organisatorischer Hinsicht, wie beim Auf- und Abbau oder in versicherungstechnischen Fragen, tatkräftig geholfen haben. Und schließlich danken wir auch den Besucherinnen und Besuchern, darunter auch drei ehemalige Schülerinnen von Margarete Kubicka, deren Interesse uns Mut gemacht hat, auch in Zukunft Veranstaltungen über markante Persönlichkeiten oder Ereignisse aus der Hufeisen- und Krugpfuhlsiedlung ins Auge zu fassen.

Margarete Kubicka ist 1927 mit ihrem Mann Stanislaw Kubicki und den zwei Kindern in die Onkel Bräsig Straße 46 gezogen und hat dort bis zum Jahr ihrer Pensionierung in 1956 gelebt. Die Ausstellung zeigte sowohl die beeindruckende künstlerische Vielfalt als auch das soziale und politische Engagement der Malerin und Lehrerin.

nach oben

9. November 2015 

Gedenken an den rechten Terror in unserer Siedlung!

Fünf Stolpersteine wurden bisher in der Hufeisensiedlung verlegt. Die Messingtafeln der in den Bürgersteig eingesetzten Steine beginnen alle mit den Worten: „Hier wohnte”. In diesen Häusern lebten Frauen und Männer, die von den deutschen Faschisten verfolgt, vertrieben und zum großen Teil ermordet wurden.

Hufeisern gegen Rechts nahm den 9. November, den Tag, an dem die Nationalsozialisten 1938 ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung in ganz Deutschland initiierten, zum Anlass, an die fünf Britzer Bürger/innen zu erinnern. Foto des Stolpersteins R. Peter Am 9. November haben wir - stellvertretend für alle Opfer rechter Gewalttaten - dieser fünf Menschen und ihrer Geschichte gedacht, indem wir mit Lichtern und kleinen Informationstexten ihre Namen und ihre Haltung sichtbar machten:

Rudolf Peter, Gielower Str. 32c
Heinrich Uetzfeld, Parchimer Allee 7
Gertrud Seele, Parchimer Allee 75
Stanislaw Kubicki, Onkel-Bräsig-Str. 46
Hans-Georg Vötter, Onkel-Bräsig-Str. 111

Mögen Licht und Erinnerung uns eine Mahnung sein!

nach oben

25. September 2015 

Erfolgreicher Protest gegen NPD-Auftritt in der Parchimer Allee am 25. 9. 2015

Über 200 Anwohner/innen und Schüler/innen der Albert-Einstein-Oberschule protestierten um 10 Uhr gegen eine Kundgebung der Berliner NPD an der Parchimer Allee/Fritz-Reuter-Allee.
Trotz zweier Lautsprecher ging die Rede des NPD-Vorsitzenden Schmidtke im lautstarken Protest der anwesenden Britzer Einwohner/innen unter. Der Versuch, die kurz vor der Eröffnung stehende Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Fritz-Reuter-Allee zum Anlass rassistischer Hetze zu nutzen, scheiterte. Sowohl Passanten als auch Besucher des örtlichen Marktes zeigten ihre Ablehnung gegenüber Schmidtke und Co. Nach einer halben Stunde bauten dann auch Schmidtke und seine 6 Helfer die Lautsprecher ab und fuhren mit ihrem Kleinbus enttäuscht von dannen.

Hufeisern gegen Rechts dankt allen Anwesenden für ihr demokratisches Engagement.
Keinen Hufbreit den neuen und alten Nazis!

nach oben

Stolperstein 

Gertrud Seele wohnte von 1932-1945 mit ihrer Familie in der Parchimer Allee 75

Kritische Äußerungen über die Politik des NS-Regimes und ihre Führer, Zweifel am „Endsieg des deutschen Volkes” oder das Hören von „Feindsendern” wurden vor dem Volksgerichtshof ab Kriegsbeginn 1939 immer häufiger mit der Todesstrafe geahndet. Bis Kriegsende 1945 verurteilte die Justiz deutschlandweit rund 18000 Menschen, 5200 von ihnen wurden hingerichtet. Viele waren Opfer von Denunziationen.

Auch Gertrud Seele gehörte zu ihnen. 1948 wurden ihre Denunzianten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu acht bzw. zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

nach oben

9. März 2015: Aufruf zur Beseitigung der Schmierereien im Park an der Buschkrugallee 

Antwort von Bezirksstadtrat Szczepanski

Sehr geehrte AnwohnerInneninitiative „Hufeisern gegen Rechts”,

vielen Dank für Ihr Schreiben und die damit erfolgten Hinweise zu den Schmierereien im Park an der Buschkrugallee.

Ich habe, da dies nicht in meinen Zuständigkeitsbereich fällt, Kontakt zur Abteilung Bauen, Natur und Bürgerdienste aufnehmen lassen und um Klärung gebeten, wie diese Schmierereien beseitigt werden können.

Das zuständige Straßen- und Grünflächenamt teilt hierzu mit, dass der Versuch, die Schilder von den Übermalungen ohne Beschädigung der Schrift zu befreien, leider erfolglos war. Ihr Angebot wurde dort dankend in der ersten Planung berücksichtigt, kann aufgrund des Vorgenannten jedoch nicht umgesetzt werden.

Das Straßen und Grünflächenamt hat daher die Herstellerfirma der Motorik-Anlage angeschrieben, um die Texte der Erklärungstafeln zu erhalten. Sobald die Texte vorliegen, sollen diese versuchsweise ausgedruckt, laminiert und vor Ort angebracht werden. Sofern wieder Schmierereien erfolgen sollten, kann so, vorausgesetzt diese Variante stellt sich als erfolgreich heraus, im Vergleich recht kostengünstig jeweils ein kurzfristiger Austausch erfolgen.

Ein konkreter Zeitrahmen, wann mit der Erneuerung zu rechnen ist, konnte leider noch nicht benannt werden.

Für Ihre Hilfsbereitschaft – nicht nur in dieser Sache – die ich bereits seit langem kenne und vor allem sehr schätze, möchte ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Es ist von großem Wert für die Gesellschaft, wenn Menschen wie Sie durch ehrenamtliches Engagement soziale Verantwortung übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen Szczepanski

nach oben

26. Januar 2015: Aufruf zur Beseitigung der Schmierereien im Park an der Buschkrugallee 

Brief der AnwohnerInneninitiative „Hufeisern gegen Rechts” an den Bezirksstadtrat Szczepanski

Sehr geehrter Herr Szczepansk,

da wir wissen, dass Sie sich in Neukölln für ein friedliches und freundschaftliches Miteinander von AnwohnerInnen und und Flüchtlingen einsetzten und sich um die Schaffung einer Willkommenskultur in unserem Bezirk bemühen, schreiben wir Ihnen diesen Brief in der Hoffnung, dass die Schmierereien im Park an der Buschkrugallee in nächster Zeit beseitigt werden. Wenn das Wetter es wieder zulässt, spielen viele Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft Haarlemer Str. auf dem Spielplatz des Parks. Derartige Schmierereien sollten eine auf Fröhlichkeit und Spaß ausgerichtete Freizeitgestaltung nicht begleiten.

Zwar sind ein Teil der Parolen und Zeichen von wohlmeinenden Parkbesuchern übermalt worden, doch macht diese Aktionen Zustand nur unwesentlich besser. Wir sind bereit, uns an der Beseitigung der Schmierereien zu beteiligen.

In der Anlage befinden sich einige Fotos, die den unerfreulichen Zustand belegen. In der Hoffnung auf eine positive Antwort berbleibe ich i.A. der Anwohnerinitiative „Hufeisern gegen Rechts” mit freundlichen Grüßen

AnwohnerInneninitiative Hufeisern gegen Rechts

nach oben

23. Juni 2014 

Band für Mut und Verständigung 2014

Das Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit verleiht den Preis im Jahr 2014 unter anderem an:

Christiane Schott und die Bürgerinitiative Hufeisern gegen Rechts

für ihr engagiertes Eintreten gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz in Berlin Neukölln. Christiane Schott bewies beeindruckend viel Mut und Zivilcourage, in dem sie sich von den Übergriffen der Neonazis auf sie und ihre Familie nicht einschüchtern ließ, sondern stattdessen mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit ging im wahrsten Sinne des Wortes „Gesicht zeigte”. Die Anwohner/innen der Hufeisensiedlung entschieden sich daraufhin bewusst dafür, sich gemeinsam gegen rechte Übergriffe zur Wehr zu setzen und Christiane Schott in ihrem Kampf nicht allein zu lassen. Als Bürgerinitiative Hufeisern gegen Rechts positionieren sie sich seit 2012 gegen die Nazi-Umtriebe in der Gegend und mischen sich konstruktiv in die Diskussion um ein in der Nachbarschaft entstehendes Asylbewerberheim ein, damit sich Szenen wie in Hellersdorf nicht wiederholen.

nach oben